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Reisebericht: Anxi, 02. Mai 2015 und Chaozhou, 03.-05. Mai 2015

Am Morgen des 02. Mai haben wir ausgeschlafen und danach Muster von Dianhong probiert. Nach dem Mittagessen sind wir zum Laden der an den Vortagen besuchten Teefabrik Dabaofeng gegangen. Dort haben wir nochmal die beiden am 30. April produzierten Tie Guan Yin der moderneren, grünen Varianten degustiert. Wie im ersten Reisebericht Anxi beschrieben, werden sie nicht gekühlt oxidiert und die rötlichen, oxidierten Ränder werden nicht abgehauen, weshalb auch diese beiden als klassische Tie Guan Yin bezeichnet werden können. Beide sind sehr gut, wir konnten uns nicht entscheiden, welcher denn nun besser wäre. Schlussendlich haben wir beide gemischt, sie sind ja gleichentags am selben Ort gepflückt worden. Diese Variante hat sich als die Beste herausgestellt.

Später haben wir noch andere An Xi Oolong degustiert: Jin Guan Yin, Ben Shan und Huang Jin Gui. Alle drei werden im Dorf Xiping innerhalb des Kreises Anxi produziert. Alle drei sind günstige gute Tees, produziert in der modernen, sehr grünen und frischen Variante mit gekühlter Oxidation.

Teedegustationen in der Teefabrik Dabaofeng bei Anxi:

Das trockene Blatt dreier verschiedener Min Nan Wu Long aus Xiping, Anxi: Jin  Guan Yin, Huang Jin Gui, Ben ShanAufgegossenes Blatt und Aufguss aus der ersten RundeAufgegossenes Blatt und Aufguss aus der zweiten Runde

Verschiedene Qualitäten von MilanxiangAm Morgen des 03. Mai hiess es wieder um 4.30 aufstehen, da wir den Zug um 7.22 in Quanzhou erwischen mussten. Per Taxi fuhren wir von Anxi nach Quanzhou, am Bahnhof mussten wir noch die vorbestellten Zugtickets abholen und etwas zum Essen besorgen. Bereits um 10 Uhr sind wir dann im Hotel in Chaozhou angekommen. Nach dem Zimmerbeziehen sind wir sofort zum hiesigen Teemarkt, um den Phoenix-Spezialisten aufzusuchen, den ich auf Lipings Empfehlung bereits 2013 besucht hatte. Damals war es etwas schwierig, ich war alleine da und er hatte nicht wirklich Zeit, und Feng Huang Dan Cong ist ein sehr komplexes Gebiet.

Mit Liping und Sanmao zusammen ist es viel einfacher, und vor allem strukturierter. Wir haben uns eine Liste mit seinen Tees geben lassen, ausgesucht und systematisch degustiert – zwei ganze Tage lang, es waren denn auch drei Listen:
Eine mit den „normalen“ Tees, das heisst von ihm speziell gemischt aus verschiedenen Teegärten von unterschiedlicher Höhe, zum Teil auch aus unterschiedlichen Teepflanzenvarietäten (allerdings immer Untervarietäten von Shuixian). Dies ergibt einerseits seine eigenen Tees, andererseits kann er die Qualität einigermassen konstant halten. Er kauft immer Maocha bei den Teebauern; also verarbeitete und getrocknete frische Tees, die aber noch nicht geröstet sind; das Rösten ist eine hohe Kunst. Dann mischt er die Tees nach seinem Fachwissen, um für den jeweiligen Tee die typischen, aussagekräftigen Geschmacks- und Duftnoten zu erhalten. Alle Tees werden von ihm mehrmals über Holzkohle geröstet und kommen dann ein bis zwei Jahre später in den Verkauf.
Die zweite Liste besteht aus seinen Spezialitäten, Top-Qualitäten aus guter Lage, zum Teil unbezahlbar. Diese Tees werden ebenfalls als Maocha von ihm ausgesucht, allerdings nicht oder nur innerhalb derselben Untervarietät gemischt, also unter Umständen von verschiedenen Teegärten oder unterschiedlichen Erntetagen. Auf der dritten Liste schliesslich stehen die gelagerten Tees; die ältesten Tees wurden in den 80er Jahren geerntet. Neben diversen Feng Huang Dan Cong sind auch alte Wu Yi Rock Tea und ein An Xie Tie Guan Yin darunter. Hier auszuwählen ist extrem schwierig: die Preise sind extrem unterschiedlich, einige alte, sehr gute Tees sind extrem günstig – aber es hat fast keine Menge mehr an Lager. Es gilt jetzt oder nie, denn die einen hat es nächstes Mal nicht mehr, die anderen werden noch teurer sein...

Teedegustationen im Lager des Phoenix-Professors:

Erste Runde: Verschiedene Milanxiang und BaiyeZweite Runde: Mittlere Qualitäten, darunter DawuyeDritte Runde: Gute Qualitäten, darunter Rouguixiang, Hongxianglan, GuihuaxiangDegustationsanordnung: pro Tee ein kleiner Zhong und eine Tasse, woraus dann mit dem Löffel geschöpft wird; jeweils 3-4 AufgüsseDas trockene BlattDas aufgegossene Blatt mit dem letzten Aufguss



Der Teeprofessor beim DegustierenWährend wir am 03. Mai die Zeit mit Degustationsrunden verbrachten, ist Professor Ye auf den Berg Wudong gefahren, um dort frischen Maocha zu suchen. Die soweit fertig verarbeiteten und getrockneten Tees würde er dann 3-4 Mal holzkohlerösten, über eine Zeit von eineinhalb Jahren. Nach dem Abendessen durften wir mit ihm einen echten Tee von einem einzelnen 200jährigen Teebaum vom Wudong degustieren. Vor dem Trinken hat er das trockenen Blatt über einem kleinen Kohlefeuer leicht angeröstet. Ein wunderbarer Tee! Als frischer Maocha war er natürlich noch sehr grün, leicht, duftend; es fehlten die durch das mehrmalige Rösten zustandekommenden dunkleren, fruchtigen und süssen Aromen.

Am nächsten Morgen, dem 04. Mai durften wir weitere Tees seiner Ausbeute probieren und einer Kreation seinerseits beiwohnen: für die Weltausstellung in Milano mischte er aus sehr hochwertigen Tees vom Wudong einen typischen Feng Huang Dan Cong. Er verwendete folgende Maocha: den am Abend vorher getrunkenen Tee aus einem Baum, einen Ba Xian vom Mutterbusch, einen Ba Xian der ersten Generation (Stecklinge des Mutterbusches) sowie einen Ba Xian der zweiten Generation (Stecklinge der ersten Generation). Alle Tees waren schon für sich eine Wucht, die Mischung war dann aber viel runder, ausgeglichener, eine perfekte Kombination von Duft, vollem Geschmack und langem Abgang. Den restlichen Teil des Tages verbrachten wir wie gesagt mit degustieren und entscheiden, welche Tees wir kaufen würden. Am Abend wurde uns noch eine weitere Spezialität vorgesetzt: ein Feng Huang Wu Long im Stil des Alltagstees aus den 70er Jahren. Produziert aus Blattgut von verwilderten Teegärten rund um den Wudong. Dies waren früher die staatlichen Teegärten mit diversen Oolong-Teepflanzenvarietäten, alles ausser Shuixian. Dieser Tee wird denn auch nicht Feng Huang Dan Cong genannt, weil diese ausschliesslich aus Shui Xian bestehen.

Wir trinken einen frischen Tee von einem 200jährigen Teebaum:

Das trockene Blatt des Maocha; noch ungeröstet und daher grünEine Portion wird leicht über dem Kohlefeuerchen geröstetDer Tee wird aufgegossen in der klassischen Variante des Chaozhou-GongfuchaDas aufgegossene BlattNochmal das aufgegossene BlattEin einzelnes Blatt

Degustation der frischen Tees vom Wudong und einiger gelagerter Oolong:

Aufgegossenes Blatt und AufgussJeweils einige Blätter in Wasser gelegtAufgiessen einiger gelagerter Oolong

Am Morgen des 05. Mai sind wir zu zwei Läden von Teegeschirr-Produzenten gefahren. In Chaozhou wird seit jeher Porzellan hergestellt, hier interessant sind vor allem die Zhong, kleine Gaiwan für die hier übliche Chaozhou-Gongfucha-Teezubereitung und hauchdünne kleine Porzellantässchen, genannt Eiertassen, weil sie so filigran wie Eierschalen sind. Nach dem Auswählen haben wir Tassen und Zhong bruchsicher verpackt, um sie dann nach Europa schicken zu können. Am Nachmittag haben wir uns nochmal der Liste mit den gelagerten Tees gewidmet und definitiv ausgesucht.

Geschirrläden in Chaozhou:

Geschirrladen in ChaozhouGeschirrladen in ChaozhouGeschirrladen in Chaozhou

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Einkaufsreise China 2019

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