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Reisebericht: Morioka April 2014 / 01

Morioka, weit im Norden Japans, noch oberhalb Fukushima, wo ich unbestrahlt, Shigeo Suzukiweil im Hayabusa-Shinkansen schneller als die Strahlung, vorbeisause mit 320 km/h.

Und gar nicht so ländlich, wie ich nach den Problemen mit Hotel- und Flugbuchungen im Vorfeld erwartet hatte.

Und schlussendlich ist es gar nicht so unangenehm, den Besuch bzw. die Besuche von Tokyo aus zu machen. Ich erspare mir den Hotelwechsel und die jeweils 2 Stunden Fahrt im Hayabusa sind eine willkommene Verschnaufpause (ich bin immer noch am ersten Buch, was aber auch etwas gegen das Buch spricht…).

Habe mir für diesen Ausflug einen guide übers Hotel organisiert. Es ist Frau Izu, eine energiegeladene und leicht strenge kleine Dame in meinem Alter. Ihr englisch ist gut, sie hat sich auch professionell vorbereitet.

Obwohl den ersten Kontakt hatte ich seinerzeit selber via internet und mail geknüpft.

Zu Suzuki Morihisa >> https://www.suzukimorihisa.com/ <<.

Bin nicht sicher, wie ich aufgenommen werde, der mailverkehr war gegen Ende merkwürdig

brüsk Suzuki Morihis 04und abweisend. Wie ich nun hier erfahre, hat ein Freund, der anderweitig sehr beschäftigt ist, diese meine englischen mails jeweils beantwortet – und es wurde ihm zuviel. Daher unjapanisch direkt dieser Stop. Wie Shigeo Suzuki, 16te Generation, mir nun im Handwerkeroutfit im kleinen Ladengeschäft erklärt, sei das kein Problem (für ihn), ich wäre herzlich willkommen und er würde mir nach Mittag auch die Werkstatt zeigen (was sonst nicht gemacht wird für Touristen).

Also erstmal Mittagspause. Essen in einem sehr typischen und berühmten Restaurant hier. Ein Nudelrestaurant mit der Besonderheit, dass die Nudeln in Gabelportionsgrösse serviert werden, Schale um Schale, die Kellnerinnen sind zu diesem Zweck mit grossen Tabletts und Reihen von roten Lackschalen unterwegs bzw. knieen sie neben der hockenden Kundschaft und füllen nach und füllen nach. Die leeren Schalen werden dann zum Beweis auf dem Tisch aufgestapelt. Natürlich lädt das zum Wettessen ein und begeistert werden auch die Rekorde

vermeldet. Eine Frau hat über 500 Schalen geschafft…. Ich bringe es auf 44,

mit den dazugehörenden Zutaten jeweils verfeinert.

Eine sehr lebendige, unruhige Angelegenheit. Viele lärmende junge Leute (mit viel Hunger).

Ein Verdauungsspaziergung durch die Einkaufspassage vertreibt die Zeit bis zum Termin bei
Suzuki Morihis 06Suzuki Morihisa.

Die Werkstatt im hinteren Teil des Hauses des Hauses sehr klein, dunkel und staubig. Hier passiert alles von Hand, sieht aus wie im Mittelalter (Bilder und Filme im Blog). Es riecht nach Eisen und Feuer, wunderbar! Es ist dann eine regelrechte Führung. Shigeo Suzuki erklärt anschaulich, wie so eine Gusseisenkanne hergestellt wird. Später sitzen wir dann noch im Laden und besprechen Geschäftliches. Lieferfrist für Teekannen und Kessel für die Teezeremonie ist 2 Jahre. Sie sind reichlich ausgebucht!

Hier fühle ich mich sehr wohl, kleines Geschäft in ewiger Familientradition, gleich wie im Länggass-Tee (wir reden da in 300 Jahren nochmal drüber unter dem vergilbten Bild von Katrin und mir und dem härzigen kleinen Chaschperli neben der Kasse auf dem Ladentisch stehend…).

Sind recht lange hier, und zurück nach Tokyo müssen wir auch noch. Izu-san hat den Fahrplan der Hayabusa Shinkansen dabei, wir können 16:50 abfahren und wären dann um 7:04 p.m. in Tokyo, ihr Arbeitstag wäre dann beendet.

Da noch ein wenig Zeit bleibt besuchen wir den Laden auf der anderen Gassenseite. Auch Suzuki (Syuzendo). Ladenlokal etwas grösser und moderner. Man sei verwandt über die Gasse. Was nicht zwangsläufig etwas aussagt über die Harmonie dieser Beziehung. Und eine so lange Tradition haben sie hier ziemlich sicher nicht – sonst würde im Laden oder Prospekt etwas darauf hinweisen. Aber Gusseisenkannen haben sie auch, und einige Modelle sogar zum Verkauf. Also erstehe ich hier eine sehr schöne handgemachte Kanne – auch als Muster für das, was uns erwartet wenn wir bei Suzuki (Morihisa!) bestellen.

Was mir heute noch fehlt, ist das Feuer, der eigentliche Guss. Das könne ich ev. morgen sehen bei Iwachu. Das ist die grössere Firma hier vor Ort, die ich als Lieferant für Gusseisenkannen kenne, wir haben die einfacheren, günstigeren, fabrikmässig gefertigten Modelle bei uns im Laden, aber nicht direkt von Iwachu sondern über einen Lieferanten in der Schweiz.

Was bedeutet, morgen noch einmal nach Morioka zu fahren. Ist machbar, habe ein wenig Platz im Plan – und dank Railpass kann ich hier gratis rumdüsen. Wäre allerdings auf mich allein gestellt, was bei Iwachu kein Problem sein sollte da englischsprechende Managerin.

 

 

Suzuki Morihisa 01Suzuki Morihis 02Suzuki Morihis 08 

 

 

          Shigeo Suzuki's Werkstatt

 

Stundenlange Feinarbeit

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