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Reisebericht: Huangshan 3, 23. April 2015 und Fuding, 24./25. April 2015

Am Morgen des 23. April haben wir wieder mal gemütlich ausgeschlafen und sind dann zu dem am Vortag von Liping kontaktierten Produzenten von Huang Shan Mao Feng gegangen; gefrühstückt haben wir unterwegs auf der Strasse. Diese Huang Shan Mao Feng waren nicht uninteressant, sie kommen aus der originalen Gegend und sind bio-zertifiziert. Es gibt verschiedene Qualitäten sowie handverarbeitete (bzw. artisanal) und maschinell hergestellte. Liping hat von allen Mustern mitgenommen und will nächstes Jahr die Produktion und die Teegärten anschauen gehen. Daneben wird auch Tai Ping Hou Kui produziert, der aber aufgrund der Herkunft kein originaler ist.

Weil wir noch Zeit hatten, sind wir noch kurz zum Teemarkt vom Taiping gegangen, um zu sehen, was es so alles für falsche und maschinell produzierte Tai Ping Hou Kui gibt, die ganz hellgrün und extrem flach sind, aber im Geschmack überhaupt nicht überzeugen. Die allermeisten in Europa erhältlichen Tai Ping Hou Kui sind von dieser Art. Echter, originaler und gut produzierter Tai Ping Hou Kui ist halt teuer...falsche und schlechte Qualitäten sind günstig zu haben!

Tai Ping Hou Kui aus der Gegend, wo sonst Huang Shan Mao Feng produziert wirdIm Teemarkt von TaipingDiverse „falsche“ Tai Ping Hou Kui zum Verkauf

Nach dem späten Mittagessen machten wir uns per Taxi auf den Weg zurück nach Tunxi (bzw. kreisfreie Stadt Huangshan). Dort haben wir uns dann verabschiedet, wir werden uns voraussichtlich am 29. April in Anxi wiedersehen. Ich hatte eine längere Zugreise vor mir: per Nachtzug ab Huangshan abends kurz vor halb sieben Uhr, Ankunft in Fuzhou am nächsten Morgen, 25. April kurz nach halb neun Uhr. Der Zug nach Fuding fuhr am neueren Bahnhof Fuzhou Süd. Also musste ich mit einem anderen Zug zuerst nach Fuzhou Süd. Dort hätte ich zum Bahnhof hinaus und dann wieder hinein müssen. Das hätte zum Umsteigen nur knapp gereicht; der Ticketverkäufer am Schalter wollte mir darum ein Ticket für den Zug eine Stunde später verkaufen. Aber nein, ich hatte keine Lust, eine Stunde zu warten und habe das Ticket gekauft trotz der Warnung, es werde nicht reichen. In Fuzhou Süd angekommen, habe ich einen Bahnangestellten auf dem Bahnsteig frech gefragt, ob ich wirklich raus und wieder rein müsse, das sei doch viel zu mühsam. Und siehe da, er hat mich die „falsche“, verschlossene Treppe heruntergehen lassen (dort, wo man hochkommen würde um in den Zug einzusteigen) und mir sogar noch die Gleisnummer meines Zuges mittgeteilt. So war ich dann ganz schnell auf dem richtigen Bahnsteig, gleichzeitig mit den ersten „legal“ ankommenden Reisenden.

In Fuding wurde ich am Bahnhof abgeholt und zum Teeladen meiner Kontaktfamilie hier gefahren. Wir haben einige erste Tees getrunken und sind dann essen gegangen. Danach sind wir hochgefahren ins Dorf Diantou, wo die Familie einen weiteren Teeladen hat. Einige Tees sind in beiden Läden, andere nur in jeweils einem. Ich schreibe hier Tees, dabei geht es eigentlich nur um zwei Sorten von Weissen Tees: Bai Mu Dan und Bai Hao Yin Zhen, aber in vielen verschiedenen Qualitäten bzw. von verschiedenen Erntetagen. Ich bin hier, um für Länggasstee die diesjährigen White Needle und Silver Tips auszusuchen und zu kaufen. Und mit dem Aussuchen ist das so seine Sache. Nach diversen Runden durchdegustieren und vergleichen habe ich zwei meiner Meinung nach sehr gute Tees gefunden, keine Produktionsfehler und einigermassen klassisch in der Art. Morgen würde ich die Tees nochmal probieren und vergleichen. Abends sind wir im Dorf Diantou in einer Art künstlichen Grotte abendessen gegangen, dann gings zurück nach Fuding.

Tee degustieren in Fuding und Diantou:

Zwei verschiedene Bai Mu DanDas aufgegossenen Blatt der zwei Bai Mu DanNahaufnahme eines Bai Mu DanDrei verschiedene Bai Hao Yin ZhenDas aufgegossenen Blatt der drei Bai Hao Yin ZhenEin weiterer Bai Mu Dan

Am 26. April bin ich gleich nach dem Frühstück zu Fuss zum Teeladen gegangen, um nochmal zwei Bai Hao Yin Zhen, die als Silver Tips in Frage kommen, zu degustieren; mit dem gleichen Ergebnis wie gestern. Kurz darauf sind wir losgefahren, um in die Berge zu einem der Teegärten bzw. einer der kleinen Produktionsorte zu fahren. Vorher sind wir noch kurz bei der Post vorbei, um die Kartonschachteln für Auslandsendungen zu holen – ich glaube nicht, dass es nochmal so funktioniert wie in Suzhou, wo wir überraschenderweise normale Kartons brauchen durften - , leider hatten sie nur zwei (!) Stück, und erst noch recht kleine. Für die Menge an Weissen Tees, die erst noch sehr voluminös sind, würde das nie reichen. Nun gut, sie werden morgen oder übermorgen neue kriegen...Wir haben in Diantou im anderen Teeladen kurz angehalten und nochmal Bai Mu Dan und Bai Hao Yin Zhen getrunken und verglichen, damit ich endgültig entscheiden konnte.

Über das Dorf Bailin sind wir weitergefahren zum Dorf Panxi, wo wir mittagessen wollten. Und zwar in einem lokal-berühmten Nudelrestaurant. Was für ein Erlebnis, und eine wunderbare Nudelsuppe (ich würde schon fast sagen: sehr traditionell!).

Das berühmte Nudel-Lokal in Panxi:

Das kleine Restaurant in einer Hütte über dem BachDie GaststubeDie Küche

Ein gutes Stück die Bergstrasse weiter hinauf liegt Chixi, wo sich unser Ziel befindet. Eine kleiner Verschlag mit einer Terrasse zum Sonnenwelken bzw. Sonnentrocknen, also zur Produktion von Weissen Tees. In der Hütte ist ein Lager für die produzierten Tees sowie ein kleines Zimmerchen mit Bett für die Teebauern, die wohl während der Erntezeit mehr oder weniger hier leben. Ausser einigen weiteren solchen Hütten oder Häusern zur Teeproduktion ist hier nichts, nur Wald und Teegärten. Die Saison ist schon fast vorbei, im Moment werden nur noch Gong Mei und Shou Mei produziert, günstige Qualitäten aus grossen Blättern mit wenigen Knospen, die oft zu Cakes gepresst werden – und auch gelagert werden. Dementsprechend sehen auch die Teegärten aus, kaum mehr frische Blätter, geschweige denn Knospen. Die Gärten sind recht dicht mit Teebüschen bepflanzt, allerdings hat es auch andere Bäume sowie Gräser und Büsche, also einigermassen Biodiversität.

Teegarten und „Teefabrik“ in Chixi:

Der kleine Verschlag, Teeproduktion und SchlafzimmerTeegarten in ChixiTeepflanzenvarietät Fu Ding Da Bai HaoJeweils zwei Reihen auf terrassiertem GeländeNeben den Teebüschen wachsen weitere PflanzenZu Teil sind die Teebüsche auch weniger eng gepflanzt

Auf der Rückfahrt haben wir einen weiteren kurzen Stopp in Diantou eingelegt und die Tees eingekauft. Zurück in Fuding haben wir noch Bai Lin Gong Fu probiert, den hiesigen Schwarztee, den ich die letzten Jahre ebenfalls hier gekauft hatte. Den diesjährigen habe ich mir mal vorbemerkt, noch ist eine andere Option offen...Der „Weisstee nach neuer Methode“, Xin Gong Yi Bai Cha – bei Länggasstee als Fu Ding Bai Cha im Sortiment, wird seit einigen Jahren nicht mehr produziert. Die letzten beiden Jahre hatten wir einige Jahre alten gekauft, dieses Jahr lasse ich es sein. Ebenfalls nicht mehr kaufen wir Lü Xue Ya, den Grüntee aus der Gegend, der mich nicht mehr überzeugt. Nach dem Abendessen haben wir uns vorerst verabschiedet, ich würde am nächsten Tag nach Tanyang fahren und am 27. April am Morgen noch mal hier vorbeikommen.

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