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Situation und Preisentwicklung in Asien 2020/2021

27. Mai 2021

Der Teeanbau in den verschiedenen Anbaugebieten Asiens ist natürlich auch von der aktuellen Lage betroffen, seien es Klimawandel, Massnahmen bis hin zu Lockdowns, politische und wirtschaftliche Faktoren im Allgemeinen sowie die sinkenden Kapazitäten und steigenden Preise im Transportwesen. Glücklicherweise konnten mit wenigen Ausnahmen sowohl 2020 als auch 2021 alle Tees in den gewünschten Qualitäten produziert werden.

Die Teeanbaugebiete in China sind über den ganzen Süden verteilt, von Zhejiang und Jiangsu bis hinauf nach Shandong im Osten nach Sichuan und Yunnan im Südwesten. Demenstprechend sind auch die klimatischen Bedingungen nicht überall gleich. Generell ist es in den letzten Jahren eher zu trocken bis hin zu langjährigen Trockenheiten vor allem in Yunnan. In einigen Gegenden, unter anderem in Anhui, hat es mehr geregnet als üblich, zuviel sogar. Wenn es im Frühjahr zu schnell warm wird wie zum Beispiel in diesem Jahr 2021, verkürzt dies durch das schnelle Wachstum der Teeblätter die Saison enorm, was zu Ernteeinbussen von ca. 40% der Menge führen kann. Die Tees können aber ausserordentlich früh geerntet werden. Beide Faktoren bewirken eine Preissteigerung (in China gilt generell, je früher desto teurer, im Schnitt sind die früheren auch von besserer Qualität, jedoch nicht immer). Des Weiteren steigen seit Jahren der Lebensstandard und die Lebenshaltungskosten in China an und damit auch die Löhne. Tee in China wird immer noch mit viel Handarbeit gemacht. Dies hat sich in den letzten beiden Jahren verstärkt, da China von seiner Exportabhängigkeit loskommen will und die Inlandnachfrage ankurbelt, unter anderem mit höheren Löhnen. Im 2021 hat der chinesische Staat in der Wirtschaftspolitik erneut die Steigerung der Inlandnachfrage gestärkt. Im Gegensatz zu Indien und anderen Ländern, wo der Tee in der Kolonialzeit eingeführt wurde, wurde und wird in China primär für den Inlandmarkt produziert. Die offiziellen Export-Tees sind günstige, oft bio-zertifizierte Qualitäten. Die Nachfrage in China nach Spezialitäten und Raritäten ist ungebrochen hoch, um an solche Tees heranzukommen, Bedarf es vieler Reisen, Kontakte und Fachwissen von TeespezialistInnen. Solche Tees müssen also aktiv vor Ort gesucht werden. Auf die Preisentwicklung dieser Tees haben wir keinen Einfluss, da sie in China selber zum Teil extrem teuer verkauft werden.

Auf Taiwan ist die Situation vergleichbar wie in China, allerdings überschaubarer. Doch auch hier steigen die Preise für gute Tees, günstige Exporttes gibt es fast keine mehr. Dieser Winter war extrem trocken und warm - auch hier nehmen klimabedingte Schwierigkeiten zu.

Japan hat meines Wissens weniger Schwierigkeiten. Auch da gibt es natürlich klimatisch bedingt Ernteschwankungen, aber eine stabile Inlandnachfrage und eine steigende Exportnachfrage bei ziemlich stabilen Preisen und gleichbleibender Qualität. Zudem sind die Produktionskosten in Japan schon länger sehr teuer, aber die Technologie sehr weit entwickelt. Japanische Tees werden mit wenigen Ausnahmen maschinell verarbeitet und sind dennoch qualitativ auf höchstem Niveau.

In Indien haben die Teeplantagenbesitzer schon länger mit steigenden Kosten zu kämpfen. Da in Indien nicht wie ein China eine stetig wachsende Inlandnachfrage nach guten Tees besteht, können sie auch nicht einfach die Preise erhöhen; zudem werden die guten Tees vor allem exportiert, aber auch die Grosshändler und EndkundInnen sind nicht bereit, für die industriell hergestellten indischen Tees viel höhere Preise zu bezahlen. Eine Tendenz zu leicht höheren Preisen vor allem für gefragte Tees ist jedoch festzustellen. Immer wieder werden Forderungen nach höheren Löhnen gestellt, was aber die Teeplantagen ruinieren würde. Eine vertrackte Situation, in der der indische Staat zu vermitteln und regulieren versucht. Nach dem Lockdown im Frühling 2020, wodurch die First Flush Saison sehr kurz war und demenstprechend viel weniger Einkommen möglich war, stehen viele Teeplantagenbesitzer vor ernsten finanziellen Problemen - ganz zu schweigen von den Schwierigkeiten der ArbeiterInnen. Vor allem in Assam kommen die klimatischen Schwierigkeiten hinzu, mal ist es wochenlang zu trocken, dann ist die Gegend wochenlang überschwemmt und versinkt im Regen.

Zu guter Letzt bleibt anzufügen, dass wir von Länggass-Tee in den letzten 20 Jahren unser Fachwissen ständig und stetig weiterentwickelt, auf Reisen viel Zeit vor Ort bei ProduzentInnen und HändlerInnen verbracht und ein gutes und verlässliches Kontaktnetz geknüpft haben, so dass wir auch in den Jahren 2020 und 2021 ohne nach Asien zu Reisen (fast) alle unsere Tees kaufen konnten und können.

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Situation und Preisentwicklung in Asien 2020/2021

Der Teeanbau in den verschiedenen Anbaugebieten Asiens ist natürlich auch von der aktuellen Lage betroffen, seien es Klimawandel, Massnahmen bis hin zu Lockdowns, politische und wirtschaftliche Faktoren im Allgemeinen sowie die sinkenden Kapazitäten und steigenden Preise im Transportwesen. Glücklicherweise konnten mit wenigen Ausnahmen sowohl 2020 als auch 2021 alle Tees in den gewünschten Qualitäten produziert werden.
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Kundenreisen zum Tee mit Länggasstee

Wir hoffen sehr, das wir im Frühling 2022 endlich wieder die Teereisen durchführen können. Lukas Lange führt für Länggasstee-Kunden die Teereisen nach China sowie Japan und Südkorea durch, mehr Infos siehe unter:

Teereisen
Kundenreisen zum Tee mit Länggasstee 2022

Frische Pu Er Sheng Bing Gu Shu Cha 2020

Auch im Jahr 2020 haben wir rohe Pu Er Sheng Cha aus alten Teebäumen produzieren lassen. Neben den Tees von den sechs Bergen, die wir seit Jahren von denselben Teebauern kaufen, können wir einige seltene Raritäten präsentieren.
Blogeinträge zu den 2020er rohen Pu Er Cakes sowie zu offenen, ungepressten Tees: Offene Pu Er Sheng Cha Raritäten 2020.

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