Länggass-Tee | Familie Lange AG - Reisebericht: Assam 23.-28. Mai 2018 - www.laenggasstee.ch
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Reisebericht: Assam 23.-28. Mai 2018

Fertig aussortierte verschiedene Grade von Assam CTCMittwoch, 23. Mai 2018 // Mit demselben Fahrer wie die letzten Tage hatte ich abgemacht, dass er mich um 7.30 abholen kommt, um nach Bagdogra hinunter zu fahren, von wo ich über Guwahati nach Jorhat, Bundesstaat Assam, geflogen bin. Dort bin ich von Mahesh Sharma abgeholt worden. Unterwegs haben wir auf Empfehlung die Teefabrik des Katonigaon Tea Estate besucht, um einige Muster von dort zu degustieren, unter anderem ein Weisser Tee; auf mein mehrmaliges Nachfragen, wie er hergestellt wird, kam als Antwort immer bestätigend: natural! Dort habe ich auch die vollautomatisierte CTC-Produktion sehen können, zum Ablauf siehe unten. Später sind wir zum Halmari Tea Estate im Distrikt Dibrugarh gefahren, dem seit Jahren besten Tea Estate in Assam. Dort wurde ich in einem Nebenhaus des Bungalows einquartiert, den späteren Nachmittag und den Abend verbrachten wir im Bungalow mit Mr. Arora, dem General Manager des Tea Estates und seiner Frau. Die nächsten paar Tage würden wir in Halmari mit Teeproduktion und Teedegustationen verbringen. Weitere Männer sollten dazustossen, so Mr. Daga, der Besitzer von Halmari, Mr. Bagai, der diesen und andere Teegärten in Teeanbau und Verarbeitung berät und Mr. Set, ein Direktor einer grossen Teabroker-Firma in Kalkutta, mit denen wir abends jeweils im Bungalow zusammensassen. In der Halmari-Teefabrik haben wir jeweils eng mit Mr. Natai zusammengearbeitet, dem für die Teeproduktion verantwortlichen Manager.

Hier werden die Blätter zerquescht (Crushing)Auf dem Föderband werden die Blattstücke weitertransportiert und aufgelockertAn verschiedenen Messern werden die Blätter verschnitten bzw. auseinandergezogen (Tearing)Über diverse Rollen werden die Tees zu Kügelchen gerollt (Curling)Auf einem langsamen Förderband wird oxidiertNach dem Trocknen werden die CTC Bulk aussortiert in verschiedene Grade

Donnerstag, 24. Mai 2018 // Nach einem wie in Indien offenbar üblich sehr späten, aber ausgiebigen Frühstück sind wir durch die Teeplantagen des Halmari Tea Estate gefahren. Die Tea Estates sind noch grösser als in Darjeeling und im Gegensatz zu dort im flachen Land, keine Erhebung ist zu sehen. Um Regenwasser abzuleiten sind die Teeplantagen von Drainagen durchzogen. Die Teebüsche sind relativ eng gepflanzt, mit vielen Schattenbäumen dazwischen. In Assam werden ausschliesslich assamica-Varietäten angepflanzt: mittlerweile selten Betjan, die ursprüngliche lokale Sorte aus Samen, diverse gezüchtete Varietäten wie TV1, TV22, TV23 von Tocklai Research Association, dem Teeforschungsintitut in Jorhat, dazu S3A3, S3A1 und D3A3, Kreuzungen von ausgesuchten Betjan-Büschen aus Tea Estates der Jorehaut-Gruppe sowie P126 und D17, neuere Einkreuzungen von sinensis-Varietäten in assamica-Sorten aus den Teegärten Panitola und Denali, die mehr sich beim Oxidieren rötlich färbende Tips aufweisen und deshalb im Export-Markt vor allem in Deutschland beliebt sind. Am Nachmittag haben wir einige Runden Tee degustiert, neben Assam einige von mir mitgebrachte China-Schwarztees.

Teepflanzen der Varietät TV1 im Halmari Tea EstateTeepflanzen der Varietät P126 im Halmari Tea EstateTeepflanzen aus Teesamen (Betjan) im Halmari Tea Estate

Blatt-Tee (Orthodox) zum Oxidieren ausgelegt auf dem Fermentation FloorFreitag, 25. Mai 2018 // Vor dem Frühstück waren wir bereits in der Teefabrik, denn sie wollten mit mir als Experten für China-Tees einen echten Oolong produzieren. Denn was immer bisher in Darjeeling und Assam an Oolong oder Weisstee produziert wurde, war eine Abwandlung der Schwarzteeproduktion: Welken, Rollen, Oxidieren, Trocknen. Oolong wird aber nach dem Welken geschüttelt, um Teile der Blattstruktur zu brechen, wodurch dann Teile des Blattes oxidiert werden – wogegen bisherige Assam- oder Darjeeling Oolong ähnlich wie Darjeeling First Flush einfach weniger lang oxidiert wurden; auch mit dem Welken oder dem Rollen wird experimentiert. Das grösste Problem war, dass sie hier keine Drehtrommel (oder einen Wok) zum Erhitzen des Blattgutes zum Stoppen der Oxidationsprozesse haben, wir also das Erhitzen in der Trocknungsmaschine versuchen mussten. Erhitzen sollte heiss und kurz sein, mit der Trocknungsmaschine ist es aber warm und lang, wodurch wir in Gefahr liefen, dass das Blattgut nach dem Erhitzen zu trocken würde. Denn nach dem Erhitzen wird Oolong gerollt, um die Blattsäfte auszupressen und somit mehr und tieferen Geschmack zu erhalten. Vor dem Rollen haben wir unseren Assam Oolong mit Wasser bespritzt, um die etwas zu trockenen Blätter geschmeidiger zu machen. Schlussendlich haben wir zwei verschiedene Tees gemacht, einen leichter oxidiert und weniger gerollt. Beide sind schlussendlich nicht schlecht herausgekommen, das Erhitzen war wie zu erwarten war etwas zuwenig, durch die Hitze und Feuchtigkeit hier in Assam hat das Blattgut schneller oxidiert als gedacht, so dass der mehr oxidierte und länger gerollte Tee fast wie ein Fancy Oolong geworden ist. Wir haben die beiden Assam Oolong schon während der Produktion mehrmals degustiert, zum Schluss in einer grösseren Degustation mit mitgebrachten chinesischen und taiwanesischen Oolong verglichen.

Degustationsrunde in der Halmari Tea FactoryUnsere illustre Runde in HalmariZum Oxidieren ausgelegte CTC, rechts noch frisch grün, links bereit zum trocknen, braun-rot


Samstag, 26. Mai 2018 // Erneut waren wir vor dem Frühstück in der Teefabrik, um einerseits Assam CTC aus verschiedenen Tea Estates und verschiedenen Blattgraden zu degustieren (auch CTC werden aussortiert), andererseits verschiedene Halmari Bulk aus der Varietät P126 der letzten Tage, die wir schlussendlich mischen werden, um die von uns gebrauchte Menge zu erhalten. Weiter haben wir eine Ladung aussortierter Tees degustiert, ebenfalls aus P126. Für Halmari Special haben wir in Aussicht, dass sie einen Tee aus der Varietät S3A3 produzieren werden.

Nach dem Frühstück haben wir uns dann verabschiedet, und ich bin mit Mahesh Sharma in Richtung Golaghat-Distrikt gefahren, wo er seit 2011 ein Haus hat, in der Nachbarschaft der Tea Estates Nahorjuri und Hatidubi, wo er seit 2003 respektive 2012 als Partner dabei ist. Auf dem Weg sind wir noch kurz die Teepflanzen im Duliabam Tea Estate anschauen gegangen, der ebenfalls Mr. Daga gehört und gleich neben Halmari liegt.

Feldweg durch den Duliabam Tea EstateAuf der einen Seite Teepflanzen der Varietät TV1Auf der anderen Seite die Varietät P126

Mr. Bora und Mahesh SharmaSonntag, 27. Mai 2018 // Den ganzen Tag haben wir in der Teefabrik des Hatidubi Tea Estate mit dem dortigen Manager Mr. Bora verbracht. Hier werden nur orthodoxe Tees produziert, das meint ganzblättrige, dann aussortierte Schwarztees indischer Art, im Gegensatz zum CTC, der in Assam mehr als 80% der ganzen Produktion ausmacht und mehr oder weniger vollautomatisiert hergestellt wird – mit Ausnahmen allerdings, so wird in Halmari auch das Pflückgut für CTC zuerst gerollt und dann in die Maschinen zum Crushing-Tearing-Curling gebracht, worauf es nicht auf einem langsamen Laufband oxidiert, sondern im „Fermentation Floor“ ausgelegt wird, wie die orthodoxen Tees auch. Nun, auch in Hatidubi haben wir versucht, einen Oolong zu produzieren, der aber weniger gut gelungen ist als in Halmari, aber auch da haben wir wieder hinzugelernt. In Hatidubi haben wir auf mein Anraten hin auch versucht, einen Schwarztee chinesischer Art zu produzieren, was uns erstaunlich gut gelungen ist, sowie eine Kleinstmenge, als Versuch, eines rohen Pu Er, denn was liegt näher als Pu Er, wenn sie hier die originalen Assam-Büsche aus Teesamen haben, was also mehr oder weniger dasselbe sein sollte wie die alten Teebäume in Yunnan, das in Luftline gar nicht so weit weg ist?



Blick in den Hatidubi Tea EstateDie meisten Teepflanzen sind aus Samen der Varietäten 449, 462, 491 gezogenDie in geraden Reihen angelegten TeepflanzenZum Welken ausgelegte Blätter auf dem Withering FloorDie Rollmaschinen sind viel grösser als in ChinaNach dem Rollen werden die Blätter aufgelockert und ein erstes Mal sortiert, die grösseren Blätter werden ein weiteres Mal gerolltZum Oxidieren ausgelegte Blätter auf dem Fermentation FloorNach dem Oxidieren wird das Blattgut getrocknetMittels Lichtsortiermaschinen werden die Stengel aussortiertEine Variante des Aussortierens nach BlattgradenDie Meisten Bulk-Tees werden in rüttelnden Maschinen mit unterschiedlich grossen Netzen aussortiertZum Schluss werden die Härchen oder Fibern aussortiert

Mr. Sarma beim Zeigen seiner TeesMontag, 28. Mai 2018 // Nach dem Frühstück sind wir noch einmal in die Hatidubi-Fabrik gegangen und haben einige Tees degustiert. Hatidubi ist bekannt dafür, die Tees gut zu rollen, das kriegen heutzutage auch nicht mehr alle hin. Sie versuchen hier auch, Tee zu räuchern – diesen Assam-Rauchtee ist bei Länggass-Tee als Assam Hatudubi erhältlich. Als Nachfolger habe ich hier einen sehr schönen, klassischen Assam von ursprünglichen Assam-Büschen aus Teesamen gekauft.

Später sind wir zum Teae Estate Hathikuli gefahren, woher wir letztes Jahr einen sehr schönen Standard-Assam kaufen konnten, wo wir mit dem dortigen Manager Mr. Sarma verabredet waren. Die diesjährigen Muster waren leider nicht so überzeugend, es sind Tees aus der Zwischensaison. Jetzt, wo eigentlich die besten Tees produziert werden könnten, arbeiten sie einen Grossauftrag für Assam Grüntee ab – wir werden sehen, ob wir später noch anständige Muster erhalten werden. Mahesh Sharma hat glücklicherweise noch ziemlich viel vom Letztjährigen an Lager.

Hinter Hathikuli liegt ein riesiger Nationalpark, wo wilde Tiere leben – Wasserbüffel, Elefanten, Nashörner, Tiger, Leoparden, Schlangen und was alles so im und um den Dschungel lebt. Von der Strasse aus haben wir einige Elefanten, Wasserbüffel und ein Nashorn sehen können. Den restlichen Tag haben wir im Haus verplempert; es ist mein letzter Tag hier und auch der letzte Tag meiner diesjährigen Tee-Einkaufsreise, morgen Mittag werde ich über Guwahati nach Delhi fliegen, von dort über Nacht nach Zürich.

Der Hathikuli Tea Estate ist auf nicht ganz flachem GeländeDie meisten Teepflanzen sind aus Samen gezogenViel Unkraut wächst zwischen den Teepflanzen

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