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Reisebericht: Fenghuang (Chaozhou) 26.03.-28.03.2013

Tee degustieren in der Teegarage meines Kontakts in Fenghuang

Am morgen des 26. März musste ich bereits um 5 Uhr aufstehen, um meinen Flug um 07.05 Uhr nach Shantou zu erwischen. Das war natürlich unangenehm, dafür hatte es fast keinen Verkehr. Eigentlich wollte ich mit dem Zug fahren, aber das hätte über 40 Stunden gedauert mit umsteigen (und ein weiteres Ticket kaufen), viel zu lang. Nach zweieinhalb Stunden Flug bin ich dann in Shantou gelandet, von wo aus ich per Bus noch 50 Minuten nach Chaozhou gefahren bin.

Mein chinesisch-belgischer Teefreund hatte mir einen Tee-Professor in Chaozhou vermittelt, der eine Koriphäe sei auf dem Gebiet Feng Huang Dan Cong (Phoenix Single Bush). Der hatte aber gerade ein Fernsehteam bei sich und hatte deshalb nicht wirklich Zeit, ich habe mich etwas fehl am Platz gefühlt. Nach dem späten Mittagessen wollte er mit dem Fernsehteam trotz regnerisch-kalten Wetters auf den Wudong-Berg fahren, um die Teegärten zu filmen. Ich habe mit ihm abgemacht, dass er mich im Dorf Fenghuang absetzt und ich dann am 28. nochmal bei ihm vorbeikomme. Hoffentlich hat er dann wirklich Zeit für mich und kann mir mehr Wissen über die Feng Huang Dan Cong vermitteln, mal sehen.

Mittlerweile hatte es begonnen so richtig zu regnen, Hunde und Katzen sozusagen. Der Professor hat mich direkt vor der Ladengarage/Teerösterei/Wohnzimmer meines Kontaktes hier in Fenghuang abgesetzt. Dort wurde ich wie immer freudig empfangen, sofort wurde Tee aufgegossen. Den Rest des Nachmittags und den Abend (nach dem Nachtessen natürlich) verbrachten wir mit der Degustation meiner letztes Jahr vorbestellten Tees. Diese waren allesamt sehr typisch, gut, nach meinen Vorstellungen. Zuhause muss ich sie dann nochmal degustieren um sie definitiv zu beurteilen. Dann war ich doch zu müde und ich bin dann ziemlich früh zu Bett gegangen im immergleichen recht heruntergekommenen Hotel des Dorfes.

Die Teegarage meines Kontaks in Fenghuang, FrontansichtSechs vorbestellte, fertig verarbeitete Feng Huang Dan Cong (Phoenix Single Bush) nach dem DegustierenZum Vergleich: Links ein fertig verarbeiteter Phoenix vom letzten Jahr, rechts ein ganz frischer Maocha (noch nicht aussortiert und geröstet)

Am nächsten Morgen konnte ich wieder mal ausschlafen. Nach einem Strassenfrühstück bestehend aus gedämpften Reisbrötchen und einer Art chinesischen Churros bin ich wieder zu meinem Phoenix-Kontakt gegangen. Wir haben weiter Tee getrunken und meine vorbestellten Tees gut verpackt, um sie dann nachmittags auf die Post zu bringen. Letztes Jahr hatte er auch einen Schwarztee produziert, wie alle Tees von hier ebenfalls aus Teepflanzen der Varietät Shui Xian. Ist ganz interessant, aber meines Meinung nach noch nicht gut genug, ich habe mal ein Muster mitgenommen. Währenddessen haben wir diskutiert welche Tees der kommenden Ernte im April ich vorbestellten will. Er wird sie dann verarbeiten - entweder von Pflanzen aus seinem Garten oder aus gekauftem Maocha (verarbeiteter Tee, jedoch noch nicht aussortiert und geröstet) und fertig machen. Nach einem dreiviertelstündigen Aufenthalt auf der Post (diesmal ohne Probleme) sind wir zu seiner Schwester gefahren, die wireless-Internet und ein iPad hat (an welches ich mich gerade zu gewöhnen versuche). Danach haben wir bis nach dem Nachtessen weiter Tee getrunken und schon habe ich mich wieder verabschiedet.

Am nächsten Morgen, den 28. März, bin ich mit dem Bus nach Chaozhou gefahren, um den Tee-Professor aufzusuchen. Diesmal hatte er auch wirklich Zeit und hat mir alle möglichen Tees gezeigt und degustieren lassen, sogar einige seiner allerbesten (sagte er jedenfalls), der teuerste  - aus einem einzigen mehr als 300jährigen Baum hoch oben am Wudong, es gibt pro Jahr etwas mehr als 2kg - kostet knapp CHF 6700 pro kg. Auch weitere sehr gute Tees nebst einigen gelagerten waren sehr interessant - aber irgendwie war (ausser den sowieso von der Realität abgehobenen Toptoptop-Tees) keiner wirklich gut, aussagekräftig, vergleichbar. Auch war es keine auch nur ansatzweise systematische Degustation, eher ein wildes durcheinander. Von meinem Phoenix-Kontakt habe ich zwei Muster mitgebracht, die er für nicht schlecht bzw. recht gut befunden hat - aber er hatte natürlich dieses und jenes daran zu kritisieren, er ist ja schliesslich Konkurrent, auch wenn er noch so eine Koriphäe sei. Ich mit meinem doch vergleichsweise bescheidenen Wissen kann das schlecht beurteilen. Deshalb habe ich ihn gebeten, mir für jeden von meinem Kontakt gekauften Tee ein vergleichbares Muster bereitzumachen (die ich natürlich bezahlen wollte, schliesslich hat er fast einen ganzen Tag mit mir verbracht). Zuhause werde ich dann die Tees alle in Ruhe durchackern...Insgesamt war also dieser Besuch eher enttäuschend, frustrierend und sogar etwas langweilig, dazu hatte es noch den ganzen Tag geregnet bzw. geschüttet und zu guter Letzt bin ich noch lange im mit nassen Schuhen im Regen herumgelatscht um ein Restaurant zu finden, manchmal ist's wie verhext. (Normalerweise findet man Restaurants so häufig wie bei uns Coiffeurläden.) Nun, morgen um 8.30 geht's weiter, das Busticket nach Longyan habe ich bereits am Morgen bei der Ankunft mit dem Bus aus Fenghuang gekauft.



Der Teeladen des Tee-Professors in ChaozhouDas neue Lager (mit nur einem Teil des Tees) des Teeprofessors in ChaozhouAltes Teegeschirr ca. 100 Jahre alt im Laden vom Tee-Professor

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