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Reisebericht: Jinghong, Nannuoshan, Bulangshan 25.-29.03.2017

Alter Teebaum namens Baofahu am NannuoshanSamstag, 25. März 2017
Nach einer langen Flugreise mit Umsteigen in Beijing und Kunming bin ich am Nachmittag in Jinghong eingetroffen. Von hier aus würden wir die Produktion unserer Pu Er Sheng Bing Cha, der rohen Pu’er-Cakes organisieren, diverse Teewälder und Teebauern besuchen sowie unzählige Muster degustieren. Am Flughafen wurde ich von He Tu, dem Bruder des Teebauern He San am Nannuoshan, abgeholt und direkt zum Haus der Familie He im Dorf Banpolaozhai am Nannuoshan gefahren. Weng Liping und Chen Zhuang bzw. Sanmao, meine Freunde und Partner für die Suche, die Produktion und den Einkauf der chinesischen Raritäten waren bereits dort; ebenso Zhang Xiuru, eine Kollegin meines Alters, die ebenfalls mit Liping und Sanmao einkauft und in Shanghai einen Teeladen hat. Sie hatten die Tage vorher bereits diverse Teebauern kontaktiert und von diversen Teebergen in Xishuangbanna Muster organisiert. Xishuangbanna ist der Ursprungsort der Teepflanze und Heimat der berühmtesten Teeberge mit alten Teebäumen. Zu diesem Zweck waren sie auch an diversen Orten bereits vor Ort.
Von He San sind bereits einige frische Tees (separiert nach Tagen) da, Pflückgut von diesem Tag liegt zum Welken aus und sollte noch an diesem Abend wok-befeuert werden. Das Abendessen haben wir zusammen mit der Teebauern-Familie einnehmen können.

Frische Blätter und Knospe am alten Teebaum namens Baofahu in NannuoshanFrische Blätter zum Welken ausgelegtNahaufnahme der welkenden BlätterDie fertig verarbeiteten Blätter werden sonnengetrocknetNahaufnahme der sonnentrocknenden BlätterDie gewelkten Blätter werden im holzbeheizten Wok befeuert

Teedegustation in einem Garten-Teehaus in Jinghong Sonntag und Montag, 26.-27. März 2017
Da das Wetter seit Anfang Jahr viel zu trocken war, konnte erst sehr wenig Tee gepflückt werden. Dieses Jahr wird nur ca. zwei Drittel der Menge von 2016 produziert werden können, die Preise werden wohl einmal mehr steigen. Die Mustersuche vor meiner Ankunft war dann auch nicht sehr ergiebig; dennoch haben wir nun Referenzen von diversen Teebauern. Später würden wir eventuell Muster von späteren Pflückungen aus den uns interessierenden Teewäldern bekommen. Weil also die Ernte überall aufgrund des trockenen Wetters verzögert wurde, sind wir sozusagen zu früh dran. Wir haben während zwei Tagen unzählige Muster von rohen Pu Er aus verschiedenen Teebergen degustiert und analysiert. Über dieses intensive Musterdegustieren habe ich einmal mehr sehr viel lernen können. Wir haben die Tees jeweils blind degustiert, um unvoreingenommen deren Qualität zu beurteilen. Es geht einerseits um die Produktion an sich, aber auch um Herkunft, Alter der Teebäume und die Qualität des Teewaldes, sowie natürlich das Wetter bei der Ernte und bei der Verarbeitung. Alle Faktoren beeinflussen den Geschmack und den Duft und können so auch beurteilt werden, was aber gelernt sein will.
Am Montagnachmittag hat es endlich geregnet; nur ist der Zeitpunkt nicht günstig: es hätte vor der Erntezeit mehr regnen sollen. Jetzt besteht die Gefahr, dass das Pflückgut zu feucht sein wird.

Trockene Blätter verschiedener Pu ErNach dem ersten Aufguss wird innen am Deckel sowie direkt am Blatt gerochenNach mehreren Aufgüssen wird das Blattgut nochmal analysiert

Ankunft frischer Blätter in Laoman'e Dienstag, 28. März 2017

Frühmorgens sind wir von He San abgeholt worden und Richtung Bulangshan losgefahren. Kurz vor Mittag sind wir im Dorf Laoman’e angekommen. Dort hatten wir die letzten beiden Jahre Tee für unseren Bulangshan gekauft. Wir hatten anhand der Muster bereits einen Tee ausgesucht und reserviert, leider hat der Teebauer ihn trotzdem schon verkauft. So mussten wir aus den mittlerweile produzierten Tees neu aussuchen. Da die Menge nicht ausreichte, haben wir schlussendlich drei verschiedene Partien gekauft, die wir dann mischen würden, was aber nicht unüblich ist. Am Mittag durften wir bei der Teebauernfamilie essen.

Am Nachmittag sind wir dann weitergefahren ins Dorf Laobanzhang, wo einer der berühmtesten und teuersten Pu Er herkommt. Da dieser auch einer der besten und interessantesten ist, kommen wir kaum darum herum. Seit 2014 kaufen wir jeweils Laobanzhang von einem ehemaligen Mitschüler von He San, so haben wir auch vergleichsweise gute Preise und vor allem eine ziemlich gute Garantie, denn in Laobanzhang geht es um sehr viel Geld und daher wird viel beschissen. Die Idee war, dass wir Tee pflücken lassen und die frischen Blätter nach Banpolaozhai bringen würden, damit He San sie verarbeiten kann. Leider sind die Teebäume in Laobanzhang noch nicht pflückbereit. Wir haben einen mittelmässigen, vor allem aus kleinen Teebäumen gepflückten Tee getrunken und sind dann unverrichteter Dinge nach Banpolaozhai zurückgefahren. Abends sind wir dann mit He San, He Tu und weiteren Familienangehörigen in Jinghong Essen gegangen.

Verschiedene Tees zum Degustieren in Laoman'eDas Tor am Dorfeingang von Laobanzhang, wo kontrolliert wird, dass kein Tee von aussen hineingelangtTeeaufguss in Laobanzhang

Geäst mit Moos am alten Teebaum namens Heping Yihao am NannuoshanMittwoch, 29. März 2017

Erneut sind wir frühmorgens abgeholt worden, diesmal von He Tu. Wir wurden zum Nannuoshan gefahren, wo wir zusammen mit den Pflückerinnen drei verschiedene alte Bäume abpflücken wollten, woraus dann drei verschiedenen Nannuoshan Danzhu verarbeitet werden, also roher Pu Er vom Nannuoshan aus jeweils einem einzelnen Baum. Die Pflückerinnen haben daneben noch von weiteren pflückbereiten alten Bäumen gepflückt, woraus dann eine Parte des Pu Er aus alten Teebäumen wird. Zwischendurch haben wir im Teewald mittaggegessen, kaltes Picknick aus Klebreis und Resten, dazu frische Teeblätter und Dip zum tunken.

Am Nachmittag haben wir das Pflückgut zum Haus im Dorf Banpolaozhai gebracht, wo es zum Welken ausgelegt wurde. Währenddessen haben wir die drei Partien Tee aus Laoman’e intensiv degustiert. Danach haben wir proportional zu den Gesamtmengen ein Muster gemischt und degustiert, zum Schluss noch alle vier nebeneinander. Auch He San haben wir miteinbezogen, denn als Teebauer kennt er die Tees aus seiner Gegend aufs Genauste und kann sehr detailliert beurteilen; seine und unsere Einschätzungen decken sich. Wie am Vortag hat es kurz, aber heftig geregnet, was uns etwas Sorgen bereitet, weil das zum Welken ausgelegte Pflückgut zu feucht werden könnte. Nach dem Abendessen, wie schon drei Tage zuvor zusammen mit der Familie hier, haben sie begonnen, das Pflückgut im Wok zu befeuern, was noch einige Stunden dauern wird. Nachher wird es zum Auskühlen ausgelegt, später dann gerollt. Morgen sollte es zum Sonnentrocknen draussen ausgelegt werden – oder im Glasverschlag im obersten Stock, wenn das Wetter nicht gut genug wäre.

Der alte Teebaum namens Ziheping wird von vielen Leuten bepflücktZum Pflücken alter Teebäume muss geklettert werdenKaspar Lange ist zum Pflücken auf den Baum namens Zisanmao geklettert

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